Opposition heisst gegen etwas sein. Da ich mir alles selber erschaffe,
kann ich nur gegen mich sein. Ich bin in Opposition zu mir.
Ich werte das ab, was ich erschaffen habe. Ich werte mich selbst ab.
Ich mache mich selbst kleiner, als ich bin. Ich verurteile mich selbst.
Mit diesem mich selbst Kleiner machen schränke ich meine eigenen
Schöpferkräfte selbst ein. Und je mehr ich mich selbst einschränke,
erschaffe ich mir genau das, was ich nicht möchte, wo ich in Opposition bin.
Um etwas zu verändern, gibt es einen Weg. Ich akzeptieren und anerkenne,
was ich selbst erschaffen habe. Ohne Urteil, ob richtig oder falsch, gut oder
schlecht. Mit dieser Anerkennung gebe ich mir die Wahlmöglichkeit zurück,
das zu erschaffen, was ich ausdrücken möchte. Manchmal erschaffe ich mir
etwas Unangenehmes, um Erfahrung zu sammeln. Mir etwas anschauen kann, was in mir
als Idee oder Annahme existiert. Im Spiegel kann ich es mir besser betrachten, ich
kann es anschauen, begreifen, worum es geht, und nachher in mir selbst wählen.
Dieses gegen etwas sein hat viele Ausdrucksmöglichkeiten. Falsch oder Richtig,
gut oder schlecht, besser oder schlechter. Versuche ich jemanden zu belehren,
bin ich der Meinung, dass ich es besser weiss, der andere nicht Bescheid weiss. Dazu
gehört auch über etwas zu dozieren, besser wissen, jemanden von meiner Meinung
zu überzeugen versuchen. Oft führen diese Überzeugungsversuche in einen
Wettkampf, wer jetzt nun besser ist, und wenn dies nicht auf einer Gesprächsebene
geklärt werden kann, geht es in einen physischen Kampf über oder sogar in Krieg.
Da führen viele Menschenengel einen Kampf gegeneinander aus. Und es sind nicht nur
die Beteiligten an diesen Kämpfen, an diesem Krieg beteiligt. Jeder Menschenengel, der
in sich Krieg führt, sich selbst schlecht macht, seine Schöpfungen als
minderwertig betrachtet, sich abwertet, trägt zum Krieg auf physischer Ebene bei.
Frieden machen auf Erden heisst, mit sich selbst ins Reine kommen,
in sich selbst Frieden finden, alles Erschaffene anzuerkennen und wertzuschätzen.
In einer Meinungsverschiedenheit kann ich aussteigen, indem ich mein
Gegenüber nicht mehr zu überzeugen versuche. Ich suche mir irgendetwas
an ihm, das ich schätzen kann. Seine blauen Augen, seine Haare,
sein Pullover, irgendetwas, das mich aus dem Kreislauf meines Urteilens herausholt.
Habe ich den Kreislauf unterbrochen, kann ich mir Neues erschaffen.