Die Uhr ist eine interessante Konstruktion, mit der wir unsere Tätigkeiten
hier im physischen Bereich synchronisieren. Die Uhr selbst sagt weder über
Zeit noch sonst etwas aus.
Mit der Uhr kann ich betrachten, wie Glaubensmuster funktionieren. Einst
wurde mit der Mechanik der Uhr ein Zeiger angetrieben, damit vielleicht
eine Glocke in Betrieb gesetzt. In der heutigen Zeit hat sich die Bedeutung
verändert. Die Uhr am Handgelenk ist wie ein Metronom, ein Taktgeber der
Musik, der unserem täglichen Leben den Takt angibt.
Manchmal erscheint es, als ob die Menschenengel vergessen haben, dass sie
selbst bestimmen können, wann, wo und wie in ihrem Leben etwas geschieht.
Zeit ist von der Uhr unabhängig, sofern ich annehme, dass es so etwas wie
Zeit überhaupt gibt. Hier auf der Erde nehmen wir es an. Die Unabhängigkeit
der Zeit ist erfahrbar in verschiedenen Lebenserfahrungen. Warte ich auf ein
Ereignis, sitze vor der Uhr und warte bis die Stunde schlägt, können Minuten
gefühlsmässig unendlich lange werden. Bin ich in einem freudvollen kreativen
Prozess ist nie genügend Zeit vorhanden, sie verfliegt im Fluge. Was entspricht
nun mehr der Wahrheit, mein Gefühl oder diese mechanische Konstruktion?
Oder anders formuliert, wem gebe ich persönlich den Vorzug, wozu entscheide
ich mich, dem Gefühl oder dem Konstrukt?